Nähmaschinennadeln – Welche gibt es und worauf ist zu achten

Bestimmt hast du nicht nur einmal die Ermahnung gehört „Nutze für jedes Nähprojekt unbedingt die richtige Nähmaschinennadel!“. Stimmt das?

Tatsächlich ist es so, dass es sehr viele unterschiedliche Nadeln gibt, die passend für jeden Stoff in unterschiedlichen Stärken angeboten werden. In diesem Blogartikel erkläre ich dir, welche Infos sich hinter den dubiosen Zahlen auf den Nadeln und deren Verpackung verbergen, welche Nähmaschinennadeln es gibt, worauf du achten musst und wie du Ordnung ins Chaos bringen kannst, falls du mal nicht mehr weißt, um welche Nadel es sich in deiner Maschine gerade handelt.

Los geht’s!

Unterschiedliche Systeme bei Nähmaschinennadeln

Im Gegensatz zu Rundkolbennadeln, die in der Industrie genutzt werden, gehören alle Nähmaschinennadeln aus dem Hobbybereich in die Gruppe der Flachkolbennadeln zu dem System 130 / 705 H.

Flachkolbennadeln | Nähmaschinennadeln | einfach nähen

Diese Bezeichnung findest du auch auf der Verpackung bzw. dem kleinen Kästchen, in dem die Nadeln verkauft werden. Die Nadeln sind dort nebeneinander aufgereiht und oftmals ist es so, dass die Nadeln in unterschiedlichen Stärken angeboten werden.

Je dünner der Stoff, desto dünner sollte die Nadel sein.

Je kleiner die Zahl, desto dünner ist die Nadel!  Für Viskosejersey nutze ich eine 70er Nadel, für Jersey und klassische Webware eine 80er, für Sweat und Vlies eine 90er und für dickere Stoffe wie Canvas eine 100er.

Universalnadel | einfach nähen

Neben den klassischen Universalnadeln gibt es auch noch andere Nähmaschinennadeln mit folgenden Eigenschaften:

  • Universalnadeln: leicht verrundete Spitze; für zahlreicher Materialien, vor allem Webware
  • Jerseynadeln: mittlere Kugelspitze; für Strick- und Wirkware wie Jersey
  • Stretchnadeln: mittlere Kugelspitze; für elastische und hochelastische Maschenware wie Lycra
  • Jeansnadeln: mittlere Kugelspitze mit verstärktem Schaft; für Jeans und ähnlich feste Gewebe wie Canvas
  • Ledernadeln: mit Schneidspitze; für Leder und (dickeres) Kunstleder
  • Microtexnadeln: besonders schlanke Spitze; für sehr feine oder dicht gewebte Materialien wie Seide, Crepe Georgette, Softshell, Folien oder Kunstleder

Farbkodierung bei Nadeln von Schmetz

Wenn du die Nadeln im Fachhandel kaufst, wirst du vor allem Nadeln von Schmetz oder Prym finden. Das ist ein sehr großer Vorteil, weil es hier eine einheitliche Farbkodierung gibt, die es dir auch nachträglich ermöglicht, deine Nadeln zuzuordnen. Wenn du nicht mehr weißt, welche Nadel du in deiner Maschine gerade nutzt, dann schau einfach auf diese Farbtafel.

Schmetz Farbtafel | einfach nähen

Quelle: Schmetz

Die vollständige Übersicht, welche Nadel bei welchem Material genutzt werden sollte und die Farbtafel findest du hier:

Schmetz Nadel-ABC

 

Natürlich bieten auch andere Hersteller Nähmaschinennadeln an, die dann aber ohne diese Farbkodierung ausgestattet sind. Zumindest die Nadelstärke ist zwar aufgestanzt, aber die ist normalerweise so klein, dass man sie schwer lesen kann. Hier kannst du dir im Vorfeld mit einem kleinen Trick super helfen:

Nagellack für eine eigene Farbmarkierung!

Tupfe einfach einen kleinen Punkt auf den oberen Bereich der Nadel und gleichzeitig in das entsprechende Fach der Verpackung. So kannst du die Nadel ganz eindeutig zuweisen.

einfach nähen
einfach nähen

Solltest du zu Hause dennoch eine chaotische Sammlung diverser Nadeln herumfliegen haben, ist das auch kein Beinbruch. Du kannst hier einfach durch Ausprobieren schauen, ob eine von den Nadeln für dein Projekt passt. Nimm dir ein Stück Probestoff, nähe ein paar Stiche und wenn dir das Stichbild gefällt, kannst du die Nadel guten Gewissens nutzen.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du wirklich locker mit dem Thema umgehen darfst. Erst wenn das Stichbild schlecht ist oder Fehlstiche entstehen, solltest du die Nadel wechseln. Besonders eine frische Nadel bewirkt manchmal wahre Wunder.

Einzige Ausnahme: Wenn du eine Overlock oder Coverlock benutzt, dann nimm bitte IMMER die entsprechenden Spezialnadeln, weil der Stoff dort sehr beansprucht wird. Fehlstiche sind vorprogrammiert, wenn du hier nicht sorgfältig auswählst.

Mein ganz persönlicher Tipp: Kaufe dir vernünftige Universalnadeln in verschiedenen Stärken. Und erst, wenn du merkst, dass der Stoff damit gar nicht zurecht kommt, solltest du in andere Nadeln investieren.

Die oben genannten Tipps sind auch bei Zwillingsnadeln zu beachten. Wenn du wissen möchtest, wie man mit einer Zwillingsnadel näht, dann schau dir mal dieses Video von mir an:

mit der Zwillingsnadel säumen

Welche Ideen hattest du bisher, um deine Nadeln geordnet zu halten? Hast du auch schon mit eigenen Farben gearbeitet? Oder hast du einen total außergewöhnlichen Tipp, der uns allen das Leben einfacher machen würde? Dann schreibe es mir unten in die Kommentare, ich freue mich sehr…

Viel Spaß beim Nachmachen!

Deine Anna

 

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Ein Kommentar zu "Nähmaschinennadeln – Welche gibt es und worauf ist zu achten"

  • Gudrun Müller am 29. September 2018, 14:56 Uhr

    Ich bin von Ihrer Seite ganz begeistert, schade das es zu meiner ganz aktiven Nähzeit das Internet und somit diese Seite noch nicht gab, es wäre um so einiges leichter und effektiver gewesen. Ich habe eine Frage, haben Sie Erfahrungen mit Nähmaschinennadeln von den so genannten cash back Firmen Ihnen ein wunderschönes Wochenende und viele gute ideen Gudrun Müller

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