Stoffe shoppen in Mexiko – ein Reisebericht

Ich nehme das Ergebnis einfach mal vorweg: ich habe keinen einzigen Stoffladen gefunden! Wenn du dich aber für einen kleinen Reisebericht über Mexiko und die Ostküste der Halbinsel Yucatan interessierst, dann lies gerne weiter – oder genieße einfach nur die schönen Bilder.

Wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass meine Familie und ich große Griechenlandfans sind. Die letzten 10  Jahre ging es in den Ferien immer nach Zakynthos, manchmal auch zwei Mal im Jahr. Wir lieben diese Insel, die Menschen dort, die zu Freunden geworden sind und natürlich das leckere Essen. Doch die letzten paar Male habe ich unter den Olivenbäumen gesessen und der Wunsch kam auf „nächstes Jahr fahren wir aber mal woanders hin“ – um dann im nächsten Jahr wieder auf der gleichen Terrasse zu sitzen.

Doch dieses Jahr kam alles anders. Zum einen gab es diesmal außer der Reihe in NRW Pfingstferien, die wir für einen Kurzurlaub auf Zante genutzt haben und somit das Verlangen nach Sommerferien unter griechischer Sonne zumindest etwas aufgefangen wurde. Zum anderen konnte ich mich bei der Familie durchsetzen, tatsächlich einmal woanders hinzufliegen. Und zwar nach Mexiko!

Erinnerungen für´s ganze Leben

Und was soll ich sagen: es war die beste Entscheidung überhaupt. Fast 4 Wochen konnten wir ein wundervolles Land genießen, mit unglaublich freundlichen Menschen, interessanten Kulturstätten und einer atemberaubend schönen Landschaft. Wir haben so viele tolle Eindrücke sammeln können und grandiose Bilder haben sich auf unsere „interne Festplatte“ gebrannt, über die wir auch noch in ferner Zukunft reden werden. „Weißt du noch…?“ – ja, ich weiß noch!

Den ursprünglichen Plan, die Zeit für eine (mehr oder weniger geplante) Rundreise zu nutzen, haben wir dann wegen der Kinder und auch aus finanziellen Gründen gegen eine Homebase in Tulum und einen Mietwagen getauscht. Auch diese Entscheidung war für uns absolut die richtige, denn so konnten wir jeden Tag auf´s neue entscheiden, ob wir etwas unternehmen oder lieber die Zeit am Strand verbringen möchten.

Da wir im August gereist sind, hatten wir das große Glück, außerhalb der Saison vor Ort zu sein. Der Vorteil: kaum Touristen, (fast) menschenleere Strände und keine langen Warteschlagen vor den Sehenswürdigkeiten. Der Nachteil: an den Stränden war sehr viel Seegras – wohl auch eine Folge des Klimawandels, denn eigentlich hätte die Seegrassaison schon längst vorbei sein müssen. Aufgrund der steigenden Wassertemperaturen und exzessiver Landwirtschaft gedeihen die Pflanzen sehr gut, so dass die Menschen statt nur 2 Monate, 6 Monate damit zu kämpfen haben.

Mexiko in der Regenzeit

Das Wetter war entgegen aller Unkenrufe mehr als erträglich. Ja, es war heiß und etwas feucht, aber man konnte es gut aushalten. Bei 28 Grad hat man dann auch schonmal angefangen zu frösteln. Natürlich gab es auch immer mal wieder Regen, meistens morgens zwischen 9 und 10 Uhr. Ein sehr interessantes Schauspiel! Man konnte schon von Weitem sehen, wenn er über das Meer zog und fast auf die Minute genau sagen, wann es los geht. In den ganzen 4 Wochen gab es höchstens mal 2 -3 Tage, an denen es öfter oder auch länger geregnet hat, aber das hat die Urlaubsfreuden nicht beeinträchtigt. Insgesamt war alles irgendwie extremer: helleres Licht, leuchtendere Farben und spektakulärere Wolken.

Tulum

Tulum teilt sich in zwei Gebiete auf. Einmal der eigentliche Ortskern, der etwa 3 km von der Küste entfernt an der Hauptdurchfahrtsstraße liegt und einer ca. 10 km langen Straße, die am Strand entlang führt und an der sich die ganzen Hotels reihen. Und nein, es hat keinen Bettenburgen-Charkter. Im Gegenteil. Alles fügt sich sehr harmonisch in die Umgebung ein und statt riesiger Hotelklötze sind es eher kleinere Boutique-Hotels oder Cabanas direkt am Strand.

Womit wir gar nicht gerechnet hatten war, dass hier fast alles nur auf die „Schönen und Reichen“ ausgelegt ist. Hier reiht sich Edelrestaurant an hippe Bar, ein Laden stylischer als der andere. Das Essen dort ist in der Tat SEHR köstlich, aber selbst ich habe mich manchmal gefragt, wie man von so einer Pupsportion denn wohl satt wird. Außerdem finde ich es schwierig in Ruhe zu Essen, wenn sich um einen herum lauter obercoole, zumeist weibliche Blogger und Instagrammer, ihre Geotags holen, um der Welt zu zeigen, dass sie dazu gehören, sie sich in Wirklichkeit aber zu sechst eine Flasche Wasser teilen und dann wieder gehen. Das ist einfach nicht unsere Welt – und mit Kindern schon mal gar nicht. Wir haben uns nicht nur einmal gewünscht, einfach mal „Pommes Currywurst“ zu bekommen – natürlich im übertragenen Sinne.

Solltest du allerdings jemals in Tulum sein, dann besuche unbedingt das „„. Ein wundervolles Restaurant unter Palmen, mit einer phantastischen Küche und einem so unglaublich freundlichen, unaufdringlichen Personal, dass man gerne bereit ist, etwas mehr auszugeben. Auch die dazu gehörige Bar ist ebenfalls sehr empfehlenswert, so dass man den ganzen Abend hier verbringen kann.

Die Preis sind in Tulum Beach insgesamt hoch. Nicht nur beim Essen. Ich wollte mir so einen schniecken Häkelbadeanzug kaufen, aber als auf dem Preisschild umgerechnet 600 € mir entgegen sprangen, bin ich schnell wieder raus aus dem Laden. Man kann hier zwar überall handeln, aber ich denke nicht, dass wir uns über einen Preis einig geworden wären.

Unser Geheimtipp: ein Popsicles essen bei diesem coolen Eis-Bulli „La Martina“ auf dem Weg von Tulum City zum Strand. Die Jungs und Mädels dort machen das Eis selbst und es ist mit Abstand das beste, was wir in unserem Urlaub gegessen haben!

Wenn wir nicht gerade auf der Suche nach einer neuen Cenote waren oder die umliegenden Sehenswürdigkeiten uns angeschaut haben, haben wir die Zeit am Stand verbracht mit ein wenig Musik, Bier oder Cocktails, ganz vielen Büchern – und Wellenreiten. Die Kinder und ich sind in der kurzen Zeit zu absoluten Bodyboard-Profis geworden und keine Welle war groß genug für uns. Was für ein Spaß!

Eines unserer absoluten Höhepunkte des Urlaubs war das Schlüpfen der Schildkröten. Wir haben Abends zum Essen auf der Terrasse unseres Hotels gesessen, als sich unter uns etwas kleines, schwarzes bewegte. Dann erkannte ich, dass es eine Babyschildkröte war. Und sie war nicht alleine, denn überall wuselten plötzlich diese Mini-Schildis rum. Wir haben schnell das Personal verständigt und dann mit allen Gästen zusammen die kleinen Babys eingesammelt und ins Meer getragen. Was für ein Erlebnis!

Guacamole – das mexikanische Tzatziki

Wie ich bereits sagte, sind wir große Griechenland-Fans und sind dort immer ganz begeistert, auf welch verschiedene Arten man Tzatziki zubereiten kann. Was für den Griechen das Tzatziki, ist für den Mexikaner Guacamole. Eine zermatschte Avocado mit ein paar Zwiebeln, etwas Limettensaft, Tomatenstückchen und Koriander. Die ersten paar Tage war die Konsistenz etwas gewöhnungsbedürftig und ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ein Avocado-Fan werde. Aber schon sehr bald gab´s keinen Tag mehr, an dem ich nicht mindestens einmal Guacamole gegessen habe. Und auch hier: es schmeckt überall etwas anders. Die beste Guacamole gab´s dann zum Abschied am Flughafen von Cancun, wo sie direkt am Platz zubereitet wurde. Nicht nur, dass sie einfach köstlich war, ich weiß jetzt auch, wie sie gemacht wird.

 

Sehen und Staunen

Yukatan hat einiges zu bieten. Strände, Urwald, Wasserlöcher (sogenannte Cenoten), bunte Ortschaften und natürlich die vielen Tempel der Mayas.

Der Tempel von Chichen Itza ist eines der modernen Weltwunder – zu Recht! Mein allererster Eindruck war „ui, und dafür sind wir 2 Stunden hier her gefahren?“. Aber wenn sich die Pyramide dann langsam aus dem Dschungeldickicht befreit, wird man doch sehr ehrfürchtig und es herrscht eine ganz magische Atmosphäre. Was ich gar nicht wusste, Chichen Itza ist ja nicht nur diese Pyramide, sondern es gibt noch ganz viele weitere Tempel und Bauwerke und das ganz Areal drum herum ist so unglaublich riesig, dass wir gar nicht alles geschafft haben uns anzusehen. Überall stehen Säulen und man sieht, dass noch gar nicht alles wieder zum Vorschein gebracht wurde und noch unter dem Urwald versteckt liegt.

Chichen Itza

Chichen Itza

Auch Tulum hat einen Maya-Tempel – und das auch noch direkt am Meer. Immer wieder beeindruckend, was die Menschen vor über 1.000 Jahren bereits alles erschaffen haben.

Tempel von Tulum

Cenoten – wer hier nicht ins Wasser geht, ist selber schuld

Egal wo man gerade ist, irgendwo ist immer auch eine Cenote – ein Wasserloch -, in dem man sich erfrischen kann. Cenoten sind entweder wie kleine Seen, die irgendwo plötzlich zwischen Bäumen auftauchen, oder sie liegen in Tropfsteinhöhlen. Beide Varianten haben ihren ganz eigenen Reiz. Die meisten davon kosten zwar etwas Eintritt, aber dafür wird man mit spektakulär klarem, blauem Wasser belohnt. Und wer mag, kann die meisten Wasserlöcher auch betauchen.

Folgende Cenoten haben wir besucht und können wir weiterempfehlen:

Casa Cenote: Direkt am Meer gelegen; schnorcheln oder paddeln durch die Mangroven; es soll auch ein kleines zahmes Krokodil geben
Grand Cenote: 2 Cenoten mit leichtem „Freibad-Charakter“; Schließfächer und Liegewiesen
Cenote Car Wash: urige Cenote ca. 4 km weiter hinter der Grand Cenote; schöne Unterwasserlandschaft mit kleinem Sprungturm; Geheimtipp
Dos Ojos: 2 große Cenoten mit Tropfsteinhöhlen; in der Hochsaison sicher ziemlich überlaufen, aber dennoch wunderschön; im Restaurant kann man super essen
Cenote Escondido: Cenote mitten im Wald etwas außerhalb von Tulum in Richtung Süden; sehr viele Fische
The Pit: Für alle Taucher ein absolutes Erlebnis, das man nicht verpassen sollte

Skelette und Frida Kahlo

Für den Mexikaner selbst scheint es nur zwei Themen zu geben: den Totenkult und Frida Kahlo. Überall begegnet man den buntesten Skeletten oder abgefahrensten Souvenirs mit dem Konterfei von Frida. Schon witzig, wie kreativ diese Themen umgesetzt werden. An dem Schlüpper konnte ich zum Leidwesen der Kinder nicht vorbei gehen.

Diese beiden schlichteren Figuren konnten wir ebenfalls nicht einfach dort so stehen lassen – wo wir doch so gut getroffen sind, oder? In unserem Stammbuch stand zu unserer Hochzeit „Die Auszubildende und der Musiker“. Wir müssen immer schmunzeln, wenn wir das lesen, denn wer hätte gedacht, was mal aus uns werden wird und dass unsere Ehe überhaupt so lange hält.

Leider wird der „Tag der Toten“ im November gefeiert, wir hätten das Spektakel gerne miterlebt.

Isla Mujeres – die Insel der Frauen

Nach 3 1/2 Wochen in und um Tulum ist uns dann ein bisschen die Decke auf den Kopf gefallen und wir haben uns spontan entschieden, noch für 3 Tage auf die Isla Mujeres, der Insel der Frauen zu reisen. Im Gegensatz zum eher aufgewühlten Meer in Tulum habe ich dann endlich mein türkisblaues Wasser satt bekommen. Die Insel liegt ca. 20 Minuten mit dem Schnellboot vom Festland entfernt und eignet sich daher hervorragend für einen kleinen Abstecher, wenn man ohnehin wieder zurück nach Cancun zum Flughafen muss.

Die Insel ist ganz klein, so dass man sie in einer Stunde locker umrunden kann – mit dem Golfkart! Das ist nämlich das offizielle Fortbewegungsmittel und macht riesig Spaß, damit durch die Gegend zu fahren.

Hier ist dann auch dieses wunderschöne Foto für mein Dressed-Cover entstanden. Das schicke Teil, das ich hier trage, ist nach dem Schnitt „Anna“ aus der neuen Zeitschrift „Dressed“ von Schnittgeflüster. Perfekter hätten Licht und diese Kulisse gar nicht zum Outfit passen können. Das hier ist zwar nicht das offizielle Cover, aber wer sich ein ebook aus der Kollektion kauft, erhält gleichzeitig auch die Datei, mit der man sich auch mal als Covergirl in Szene setzen kann. Ich habe übrigens gleich 2 Annas genäht. Die andere, etwas herbstlichere Version zeige ich demnächst natürlich auch noch.

Auf der Insel selbst dreht sich alles um Musik. Überall sind Bars und Restaurants, aus denen die unterschiedlichsten Stilrichtungen heraus schallen. Ich hatte ein wenig Mitleid mit meinem Mann, da offensichtlich viele Gitarristen nicht in der Lage oder gewillt sind, ihr Instrument zu stimmen. Wir haben uns hier mehr als wohl gefühlt, könnten uns aber nicht vorstellen, hier in der Hochsaison Urlaub zu machen, wenn die ganzen Straßen und Strände gerammelt voll sind. Nochmal ein Hoch auf die Nebensaison!

Mein ganz persönliches Fazit

Yucatan ist definitiv eine Reise wert. Wir werden ganz sicher nochmal wieder kommen, denn es gibt alleine hier auf der Halbinsel noch so vieles zu entdecken – vom Rest des Landes mal ganz zu schweigen.

Wenn du auch schonmal in Mexiko warst, dann schreib mir doch mal deine Highlights in die Kommentare. damit ich weiß, was ich beim nächsten Mal auf meiner Liste stehen haben muss.

 

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2 Kommentare zu "Stoffe shoppen in Mexiko – ein Reisebericht"

  • Birgitt Dörner am 1. Oktober 2018, 20:06 Uhr

    Hallo Anna, super Dein Reisebericht..
    Ich habe eine Frage zum Schnitt Anna,
    Ich hätte gerne den Hals mehr geschlossen, wie mache ich das??
    Liebe Grüße, Birgitt Dörner

  • Jana am 1. Oktober 2018, 18:15 Uhr

    Das klingt alles so traumhaft ❤️

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