Dreist und dämlich – die Sache mit der „Socke“ | Messy Bun Tube

Messy Bun Tube | einfach nähen - Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene
[unbeauftragte Werbung für ein tolles Gadget]

Es gibt Momente, da verliert man den Glauben an die Menschheit und sitzt Kopf schüttelnd vor dem Bildschirm.

Aber von Anfang an. Vor Kurzem hat eine sehr kreative Kollegin, Anke von Cherry Picking, eine, wie ich finde, großartige Idee gehabt: die Duttsocke. Oder auch ganz Neudeutsch „Messy Bun Tube“.

Das ist eine Art Socke, mit der man ganz leicht einen super stabilen Dutt zaubern kann – ohne lästige Haarnadeln, Haardonuts oder viele Haargummis. Man macht sich einen Pferdeschwanz, stülpt die Socke darüber und krempelt die Socke zusammen mit den Haaren zu einem Dutt zusammen. Super easy.

Das Prinzip ist nicht neu

Schon vor einigen Jahren habe ich hierzu Videos gesehen, wo das mit abgeschnittenen Socken gemacht wurde.

Sensationell finde ich allerdings, dass jemand diese Idee sieht und daraus ein Produkt macht für alle, die nicht so gerne getragene Socken in den Haaren haben wollen oder die das vorher einfach noch nicht gesehen haben und sich einfach über diese praktische Lösung freuen.

Ich habe mich vom „Messy Bun Tube“-Hype mitreißen lassen und bin begeistert, weil durch den Stoff der Dutt viel mehr Volumen hat. Es klappt zwar nicht bei jedem Mal sofort so, wie ich es haben möchte, aber ich werde besser. Und es hält extrem gut den ganzen Tag über.

Weil ich so von dem Teil begeistert bin, habe ich hierzu eine paar Storys auf Instagram gemacht. Nicht gegen Geld, sondern ganz freiwillig. Prompt kamen viele Fragen dazu, nicht nur bei mir, sondern auch unter anderen Posts von Kollegen und Messy Bun Tube-Begeisterten auf Facebook oder Instagram.

Viele Fragen zum Messy Bun Tube

„Sieht man den Stoff nicht durchscheinen?“ – Wenn man die Haare gleichmäßig darum verteilt, sieht man nix.
„Gibt es das Teil in verschiedenen Farben?“ – Ja, in rosa, hellbeige, braun und anthrazit.
„Schadet das Teil nicht den Haaren?“ – Keine Ahnung, aber schlimmer als mit den ganzen Haargummis und Klammern kann es ja nicht sein. Außerdem ist der Stoff aus Baumwolle Ökotex. Ich behaupte jetzt einfach mal: nein.
Oder „Wie bekommt man es denn dann wieder raus ohne die Haare darin zu verknoten?“ – Genauso wie rein, einfach wickeln, da verknotet sich nix.
Wow, dachte ich, hier scheint tatsächlich ein großes Interesse an der „Socke“ zu sein.

So weit, so gut. Es kamen aber auch Kommentare wie „Das kann man doch selber nähen!“. Ja, kann man. Richtig. Wenn man nähen kann und wenn man ein bisschen nachdenkt, ist das tatsächlich keine große Sache. Und ich finde es auch legitim, wenn man etwas sieht, dass man es sich für sich selbst zu Hause nachmacht – wenn man weiß, wie es geht. So wie dieser glibberige Slime oder Duftkerzen. Ist nicht auf die Nähwelt begrenzt, sondern lässt sich auf fast alle Bereiche übertragen. Davon lebt schließlich auch die DIY-Szene.

Echt jetzt???

Es kamen aber auch Fragen wie „Kannst du mir bitte die genauen Maße geben?“ Und da wurde ich echt sauer! Wie dreist bitte kann man sein, so etwas zu fragen? Hier hat jemand ein Produkt auf den Markt gebracht, mit dem sein Unternehmen Geld verdient und mit dem am Ende auch eine Familie ernährt werden soll und ich soll jetzt die genauen Maße verraten? Mache ich so einen unkollegialen Eindruck?

Hinzu kommt, dass es nicht nur dreist ist, sondern auch noch ziemlich dämlich. Wer sich das „Wickelvideo“ zum Messy Bun Tube ansieht, das sich jeder auf der Seite von Cherry Picking und diversen Plattformen kostenfrei anschauen kann, der kann in etwa abschätzen, wie die Maße sind.

Dafür braucht man nicht jemanden fragen, der gerade ein Produkt bewirbt (also mich), das von anderen gekauft werden kann, die nicht wissen, wie es geht.

Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finde. Diese Dreistigkeit, nach den Maßen zu fragen, oder die Dämlichkeit, dass man es nicht einfach selbst probiert.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen

Ich finde es ok, wenn man etwas sieht und zu Hause ausprobiert, ob man sich das Geld sparen kann und es selber macht. Es gibt Menschen, die bauen ganze Häuser selber.

Aber „Mimimi, warum soll man für sowas Geld ausgeben…“? Weil es viele Menschen gibt, die nicht nähen können! Oder Zeichnen, oder Schränke bauen. Und offensichtlich gibt es auch einige in der Nähszene, die nicht wissen, wie es geht, wenn sie schon an der Vorstellung scheitern, einen simplen Schlauch zu nähen. Denn sonst würden solche Fragen nach den Maßen ja nicht gestellt werden.

So, jetzt habe ich mich genug aufgeregt. Wenn euch die Idee vom Messy Bun Tube gefällt, dann kauft das Teil. Es steckt hinter diesem Produkt eine Menge Arbeit, Geld und viel Liebe zum Detail, es so zu entwickeln, dass es schön verpackt beim Kunden landet und vielen Menschen Freude bereitet.

Messy Bun Tube | einfach nähen - Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene

Messy Bun Tube kaufen (Affiliatelink)

Wenn du es selber nachnähen möchtest, dann ist das für mich auch ok. Aber alles andere ist eine Frage der Wertschätzung und des Respekts.

#mehrrespektfürdiearbeitanderer