kräftige Oberarme | Schnitt anpassen | einfach nähen - Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene

Wenn der Ärmel bei deiner Jacke oder deiner Bluse am Oberarm spannt, kannst du ganz einfach selbst etwas mehr Weite schaffen. Dabei musst du keine Änderung an Vorder- oder Rückteil deines Schnittmusters vornehmen, da die Strecke der Armkugel erhalten bleibt.

Wie du deinen Schnitt individuell auf deine Oberarme ändern kannst, erkläre ich dir in 3 Schritten. Auf geht’s!

Du brauchst:

  • Den Ärmelschnitt, den du abändern möchtest
  • Maßband
  • Schere und Kleber
  • Bleistift
  • Papier

 3 Schritte zur professionellen Ärmeländerung am Oberarm

1. Schritt Oberarm Ausmessen

Stelle dich gerade hin und lass die Arme locker hängen. Miss nun den Umfang deines Oberarms an der stärksten Stelle. Achte darauf, dass zwischen Arm und Maßband noch ein Finger zwischenpasst. Notiere dir diesen Wert als Soll-Wert. Als nächstes misst du den Umfang deines Schnittmusters (waagerechte Linie circa 3cm unter der Achsel). Dieser Wert ist dein Ist-Wert. Nun errechnest du dir die Differenz beider Werte. Um diese Zahl musst du deinen Ärmel erweitern.

2. Schritt Aufschneiden

Falls nicht schon vorhanden, zeichne 3 cm unterhalb der Achsel eine waagerechte Linie (rot), diese verläuft im rechten Winkel zum Fadenlauf. Dazu zeichnest du eine senkrechte Linie (rot gestrichelt), welche aus der Saummitte entspringt und parallel zum Fadenlauf verläuft.

Als nächstes schneidest du mit einer Papierschere die senkrechte Linie von unten auf. Achte dabei darauf dein Schnittmuster am Ende nicht durchzuschneiden, sondern ein paar Millimeter vorher zu enden. Die Querlinie schneidest du von innen nach außen. Ende auch hier ein Stück bevor du den Schnitt durchschneidest (pinke Pfeile).

Achtung: Mit der Änderung der Ärmelweite wird der bereits vorhandene Fadenlauf ungültig!

 3. Schritt Aufsperren und Anpassen

Unterlege deinen aufgeschnittenen Ärmel nun mit Papier (grün). Um den Ärmelschnitt um deine Weite zu abzuändern, schiebst du die Querlinie so weit auseinander, dass die Weite der Lücke deiner Differenz entspricht. Die oberen Teile kannst du jetzt wieder festkleben. Damit du die Weite wirklich nur am Oberarm dazugibst, klebst du den Saum unten wieder zusammen (Ecke an Ecke). 

Wunder dich nicht, dabei werden sich die Kanten der Querlinie überlappen (grüne gestrichelte Linie). 

Nun kannst du die restlichen Teile aufkleben. Als letztes musst du nur noch die unteren Kanten mit einem schonen Bogen ausgleichen (rote Linie Saum), sowie den neuen Fadenlauf (roter Pfeil) einzeichnen. Dieser verläuft gerade von Einschnittspunkt der Längslinie hinunter bis zum Saum.

Ich wünsche dir jetzt viel Spaß beim Abändern deines Schnittes und drücke dir ganz fest die Daumen, dass du dir schon ganz bald perfekt sitzende Kleidung nähen wirst.

Deine Anna

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2 Kommentare zu "Kräftiger Oberarm? In 3 Schritten einen Ärmelschnitt richtig abändern"

  • Silvia am 14. Februar 2019, 22:52 Uhr

    Ohja das brauch ich. Ist immer so meine problemzone. Dankeschön.
    Wieso wird jedoch der saumabschluss unten (der vorher gerade war) jetzt als bogen ausgeführt?

    • Anna von einfach nähen am 15. Februar 2019, 10:09 Uhr

      Der Bogen entsteht durch die Weite, die hinzugegeben wird. Wenn der Ärmel geschlossen wird, dann ist das wieder gerade. Nur mit Streifen geht das dann nicht so „sauber“.

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