Welt-Recycling-Tag | Schnitt anpassen | einfach nähen - Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene

Am 18. März ist Welt-Recycling-Tag. Laut den Initiatoren, dem Bureau of International Recycling (BIR), verfolgt man damit das Ziel, das Themenfeld Recycling und Rohstoffwiederverwertung noch breiter im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Bei vielem und leidenschaftlichem Nähen sammelt sich schnell so einiges an. Unter anderem natürlich auch Schnittmuster. Irgendwann hat man zahlreiche Schnitte für Oberteile, Röcke oder Hosen. Abhängig von dem Material, auf welches du deine Schnittmuster überträgst, können sie viel Platz in Anspruch nehmen. Außerdem verschlingt das Ausdrucken der Schnittmuster viel Papier, Druckertinte und Klebeband. Dabei ist es nicht immer nötig, sich ein neues Schnittmuster zu besorgen! Man kann häufig auch auf Schnitte aus der eigenen Sammlung zurück greifen und daraus neue Kombinationen entwickeln.

Passend zum Welt-Recycling-Tag möchte ich dir drei Ideen vorstellen, wie du deine Schnittmuster „recyceln“ kannst und so Geld, Zeit und vor allem Ressourcen sparst. Außerdem macht es riesig Spaß, aus Altem etwas Neues zu schaffen, oder?

Los geht’s!

Du brauchst:

  • Alte Schnittmuster -> Für die folgenden Tipps ein einfaches Oberteil, ein T-Shirt, einen Rock und eine Hose (am besten nimmst du Schnittmuster, die dir bereits gut passen, schlicht sind und keine Teilungsnähte besitzen)
  • Deine Schnittutensilien z.B. Maßband, Schere und Kleber
  • Deine Maßtabelle bzw. dein Maß für deine Hüfttiefe

1. Aus zwei mach eins: Kleid aus Oberteil und Rock

Lege deinen Rock- und Oberteilschnitt glatt untereinander auf ein Stück Papier. Wenn du etwas geübter bist, kannst du auch direkt auf dem Stoff arbeiten. Achte darauf, dass die Lücke zwischen beiden Schnittmustern nur ganz minimal ist und sie sich nicht überlappen. Nun kannst du deine Seitennähte im Verlauf verbinden. Am schönsten wird es, wenn du eine leichte Kurve einzeichnest.

Ganz wichtig: Achte darauf, dass deine Hüfttiefe die gleiche bleibt. Die Hüfttiefe ist die Länge an der Seite zwischen Taille und Hüfte gemessen.

Zum Schluss kannst du deine Länge noch ändern. Wenn du es gerne etwas länger haben möchtest, trage einfach deine fehlende Länge parallel zum Rocksaum dazu. Für ein kürzeres Kleid nimmst du sie entsprechend weg.

2. Aus einem T-Shirt wird ein Kleid – oder umgekehrt

Für das T-Shirt-Kleid legst du dein T-Shirt Schnitt flach auf ein Stück Papier. Nun kannst du von der Taille aus individuell deine Länge einzeichnen. Wenn du es enger möchtest, zeichnest du einfach an deiner Hüftlinie entlang. Für mehr Weite lässt du einfach ein paar Zentimeter Platz zur Hüftlinie. Auch die Länge kannst du gestalten wie du magst.

Achtung: Wenn du das neue Kleid bodenlang einzeichnest, lass an einer oder an beiden Seiten ab Kniehöhe einen Schlitz, damit du ausreichend Platz zum Gehen hast.

Das ganze geht natürlich auch umgekehrt. Wenn du einen schönen Schnitt von einem Kleid hast, bei dem dir das Oberteil besonders gut gefällt, kannst du es auf Hüfthöhe teilen und nur das Oberteil nähen.

3. Perfect Match: Jumpsuit aus Oberteil und Hose

Achtung: Wähle hierfür ein Oberteil, das am Halsausschnitt weit genug bzw. dehnbar ist oder einen Reißverschluss bzw. eine Knopfleiste hat, sowie eine Hose, die du ohne Reißverschluss über die Hüfte bekommst, damit du in deinen Jumpsuit später auch rein- und wieder raus kommst.

Am Anfang legst du deinen Oberteilschnitt und deinen Hosenschnitt flach hin. Miss nun deinen Umfang deines Hosenschnittes, also Vorder- und Hinterhose addieren, aus. Als nächstes teilst du diesen Wert durch zwei.

Hosenumfang geteilt durch zwei

Nun misst du deinen ganzen Saumumfang deines T-Shirts. Diesen teilst du ebenfalls durch zwei. Als nächstes rechnest du die Hälfte deines Hosenumfangs minus die Hälfte deines Saumumfangs um die Differenz auszurechnen. Den errechneten Wert verteilst du gleichmäßig auf beide Seiten deines T-Shirts.

Die Hose kannst du dann wie gewohnt nähen, allerdings ohne Bundverarbeitung. Denn dafür nähst du dein T-Shirt an die Kante und fertig ist dein Jumpsuit.

Recyceln | Schnitt anpassen | einfach nähen - Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene

Kleiner Hinweis: Der Jumpsuit wird eher bequem ausfallen. Für eine noch lässigere Verarbeitung kannst du Jersey nehmen und ein Gummiband einarbeiten.

Ich wünsche dir jetzt viel Spaß beim Durchstöbern deiner Schnittmuster. Experimentier ruhig rum und sieh selbst, was alles tollen Neues aus alten Schnittmustern entstehen kann. So kannst du dich nicht nur kreativ austoben, sondern auch Ressourcen sparen – nicht nur am Welt-Recycling-Tag.

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